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Ehrlich führen

von | 5. Jan 2021 | Allgemein

Das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter gewinnen und erhalten: Unter diesen 3 Blickwinkeln beurteilen Ihre Mitarbeiter Ihre Ehrlichkeit

 

Ihren Mitarbeitern können Sie nichts vormachen!

Ihre Mitarbeiter erleben Sie jeden Tag im beruflichen Alltag. Sie sehen und bewerten Ihr Verhalten in Zeiten ruhiger Routine und geringer Anspannung ebenso wie in Zeiten von Druck, Zeitnot und Konflikten. Sie nehmen wahr, wie Sie mit Ihren Mitmenschen umgehen, mit Ihren Teammitgliedern, mit Kollegen anderer Abteilungen, mit Ihren Vorgesetzten, mit Kunden und Lieferanten, mit denen, die Ihnen sympathisch sind, Ihre Mitarbeiter wissen, wann und auf welche Weise Sie sich durchsetzen, wann und warum Sie an anderer Stelle nachgeben, wann Sie mit offenen Karten spielen und wann Sie Ihre Trümpfe nicht sofort aufdecken. Kaum jemand kennt Sie so gut wie Ihre eigenen Mitarbeiter.

Unter diesen drei Blickwinkeln beobachten und beurteilen Ihre Mitarbeiter Ihre Ehrlichkeit in puncto Führungsstil:

1.) Ist der/die Vorgesetzte in Worten glaubwürdig?

„Stimmt das, was unser Chef sagt?“

„Zeigt die Chefin, was sie denkt?“

„Spricht der Chef seine Meinung offen aus?“

„Gibt die Chefin Informationen korrekt weiter?“

 Wenn Ihre Mitarbeiter diese Fragen mit Ja beantworten können, stimmt die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Team. Ihre Mitarbeiter glauben Ihnen und werden Ihnen gegenüber ebenfalls bei der Wahrheit bleiben.

 2.) Ist der/die Vorgesetzte ehrlich im Handeln?

„Trifft der Chef faire und unparteiische Entscheidungen?“

„Verhält sich die Chefin Kunden oder anderen Geschäftspartnern gegenüber fair und ehrlich?“

„Stimmen die Zahlen und Fakten, die unser Chef ans Management  berichtet?“

„Hält sich die Chefin an Verträge und Vereinbarungen?“

Wenn Ihre Mitarbeiter diese Fragen mit Ja beantworten können,

stimmt das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Team.

Ihre Mitarbeiter werden ihrerseits Ehrlichkeit im Handeln und

im Umgang mit Ihnen an den Tag legen.

3.) Stimmen beim Vorgesetzten Wort und Tat überein?

„Lebt der Chef selbst die Werte, die er von uns erwartet?“

„Steht die Chefin zu ihrem Wort?“

„Spricht der Chef vor Dritten und vor uns mit gleicher Zunge?

Wenn Ihre Mitarbeiter diese Fragen mit Ja beantworten können,

bringen sie Ihnen Hochachtung entgegen. Sie werden es

ihrem Vorbild gleichtun und sich ebenfalls um Zuverlässigkeit

auch im Kleinen bemühen.

So beweisen Sie Ehrlichkeit in Ihrer Kommunikation

Ihre Mitarbeiter brauchen Sie als glaubwürdigen Vorgesetzten. Es drückt die Motivation, wenn sie sich immer wieder fragen

müssen: „Stimmt das, was der Chef gesagt hat?“ Sie wollen auch  nicht ständig rätseln müssen: „Wie hat die Chefin das gemeint?“

Ehrlichkeit in Ihrer Kommunikation beweisen Sie, wenn Sie sich an die folgenden sechs Regeln halten:

Regel 1: Was Sie sagen, stimmt

Sie verlieren Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Ihre Mitarbeiter beispielsweise mitbekommen, dass Sie

– einem Kunden einen Termin zusagen, von dem klar ist, dass   er nicht gehalten werden kann,

– dem Management einen Projektbericht vorlegen, in dem der aktuelle Stand geschönt dargestellt ist. Ihre Mitarbeiter beobachten sehr wohl, wie es um       Ihre Ehrlichkeit gegenüber Dritten bestellt ist. Daraus schließen sie, was sie Ihnen in Bezug auf die eigene Person glauben können.

Regel 2: Ihr Lob ist ehrlich gemeint

Ihre Mitarbeiter wollen lieber kein Lob als eines, das nur zum Zweck der Motivation erteilt wird. Sie haben ein sicheres Gespür für das, was Sie tatsächlich als lobenswert ansehen und was nicht. Unehrliches Lob aus „taktischen Gründen“, um zum Beispiel die Motivation zu steigern, empfinden Mitarbeiter als Manipulation.

Regel 3: Sie formulieren Ihr kritisches Feedback klar und eindeutig

Ihre Mitarbeiter können hin und wieder selbst deutliche Kritik gut vertragen. Was sie nicht mögen, ist verklausulierte Kritik. Sie sehen darin Konfliktscheu ihres Vorgesetzten. Es verunsichert, wenn Kritik scheinbar sanft daherkommt, jedoch offensichtlich ein sehr viel negativeres Urteil oder gar Ärger des Chefs verbirgt. Auf verklausulierte Kritik können Mitarbeiter auch nicht reagieren. Das frustriert zusätzlich.

Beispiel: Klar sagen, was Sache ist

Sagen Sie beispielsweise deutlich: „Mit Ihrer Leistung bei … bin ich nicht zufrieden. Ich möchte, dass Sie …“ oder „Ihr Verhalten bei … ist nicht in Ordnung. Ich erwarte von Ihnen ab sofort, dass …“

Ein konfliktscheuer Vorgesetzter, der seine Kritik verklausuliert oder nur vorsichtig äußerst, macht sich in seiner Führungsrolle unglaubwürdig. Unsensible Mitarbeiter hören die Kritik nicht einmal und ändern ihr Verhalten nicht. Und Übersensible wittern Kritik auch dann, wenn keine geäußert wurde, und fühlen sich verunsichert. Im Team fragt man sich: „Warum sagt der Chef nicht einfach, was er denkt?“

 Regel 4: Sie halten Ihre Versprechen und Zusagen ein

Seien Sie vorsichtig mit Versprechen! Ihre Mitarbeiter erwarten, dass ein ehrlicher Chef zu seinem Wort steht. Wenn Sie etwa einem Mitarbeiter bei erfolgreichem Abschluss seines Projekts eine Gehaltserhöhung versprochen haben, muss er sie auch bekommen. Dann gelten keine Argumente wie „Der Personalchef hat leider nicht zugestimmt“ oder „Ich würde ja gerne, aber das geht wegen der Sparvorgaben im Moment nicht“. Die Mitarbeiter fühlen sich hintergangen, wenn Zu – sagen nicht eingehalten werden: „Erst verspricht die Chefin uns das Blaue vom Himmel, damit wir spuren. Später redet sie sich mit Ausflüchten heraus.“

 Knüpfen Sie vorsichtshalber Zusagen und Versprechen an Bedingungen, oder sagen Sie nur, dass Sie sich bemühen werden.

Das ist glaubwürdiger als ein Versprechen, bei dem Sie später erklären müssen, warum Sie es nicht halten können.

Beispiel: Zusagen adäquat formulieren

Wollen Sie Zusagen machen, drücken Sie sie beispielsweise so aus:

„Wenn Sie das Projekt erfolgreich zum Ziel führen, werde   ich mich beim Personalchef für eine Gehaltserhöhung einsetzen.“

„Wenn wir rechtzeitig mit … fertig werden und genug Leute für den Service haben, sind Sie beim nächsten Messeteam dabei.“

Ihre Mitarbeiter wissen, dass immer etwas anders kommen kann als geplant. Sie wollen sich aber dennoch darauf verlassen:

„Wenn der Chef sein Wort gegeben hat, dann gilt das auch.“

 Regel 5: Sie stehen dazu, dass Sie nicht alle Informationen weitergeben

Vor allem in wichtigen Entscheidungsprozessen und wenn im Betrieb Veränderungen anstehen, versuchen die Mitarbeiter, von Ihnen „Genaueres“ zu er fahren. Stehen Sie in dieser Situation ehrlich dazu, dass Sie nicht alles weitergeben, was Sie wissen. Dennoch gilt auch hier: Bleiben Sie bei der Wahrheit!

Beispiel: Nicht zu viel und nichts Falsches sagen

Unehrlich wäre es, wenn Sie

– behaupten würden, selbst noch keine Informationen zu haben, oder

– durch Beschwichtigungen beruhigen wollen und dabei falsche Hoffnungen wecken.

Sagen Sie besser:

„Die Sache ist noch nicht spruchreif.“

„Ich informiere Sie, sobald ich dafür das Okay bekommen habe.“

Regel 6: Ihr Verhandlungsstil ist fair

Sie sollen taktisch klug verhandeln, aber nie einen Kunden oder einen anderen Geschäftspartner über den Tisch zu ziehen versuchen. Sie sollen Ihre Argumente intelligent formulieren, dabei aber nie zum Nachteil des Verhandlungspartners manipulieren. Ihre Mitarbeiter sehen, ob Sie gegenüber Dritten stets ehrlich sind oder auch mal mit gezinkten Karten spielen, um Ihre Ziele zu erreichen. Ein solches Vorbild würde dazu führen, dass die Mitarbeiter es ihrerseits mit der Ehrlichkeit nicht mehr so genau nehmen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wäre fortan unmöglich.

 

Viel Spaß und Freude beim Anwenden dieser Tipps.

Andreas Berwing

Andreas Berwing

Unternehmer, Trainer/Coach, Keynote-Speaker bei

Businesstraining-Hannover

Über 30 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Industriebereichen gesammelt: Konsumerindustrie, Unterhaltungselektronik, Automobilzulieferindustrie, Reifenindustrie davon mehr als 16 Jahre als Führungskraft

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