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Kritikgespräche führen

von | 18. Feb 2020 | Führungskräftetraining

Denken Sie auch, dass Kritikgespräche zeit- und nervenraubend sind? Dabei geht es doch nur darum, dass etwas nicht so war ist wie es sein sollte.

Dabei ist Kritik wichtig und hilft weiter. Stattdessen laufen Kritikgespräche Gefahr, niemals zu enden. Der Vorgesetzte ist am Ende derjenige, der seine Kritik entschuldigt oder sogar rechtfertigt.

„Stopp!“ und zuhören, statt gleich „in die Luft gehen“ ist hier am besten angebracht.

Geht es Ihnen möglicherweise auch so:

  • Wie reagieren Sie, wenn Sie für einen Fehler kritisiert werden für den Sie sich nicht verantwortlich fühlen?
  • Oder im Falle eines Fehlers, der tatsächlich auf Ihr Konto geht?
  • Oder im Falle einer kritischen Bemerkung, bei der Ihr Gegenüber offensichtlich nur Dampf ablassen wollte – seinen ganz persönlichen Dampf, sozusagen, der mit Ihnen gar nichts zu tun hat?

Versuchen Sie, die Kritik erst einmal zu „sichten“!

Was von außen kommt, können Sie nicht kontrollieren. Aber sehr wohl Ihre eigne Reaktion auf Kritik. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie eine kritische Bemerkung als eine „Ab- und Be-Urteilung“ begreifen und Wut, Frustration oder auch Rachegelüste empfinden.

Genauso können Sie nämlich die Kritik inhaltlich prüfen und in zwei Kategorien einordnen.

  • Auf der einen Seite gerechtfertigte Kritik als positives, nützliches Feedback
  • Auf der anderen Seite ungerechtfertigte Kritik als eine Äußerung, die mehr über den Kritisierenden aussagt als über Sie; den Kritisierten.

 

Hier erhalten Sie 4 einfache Regeln, wie Sie auf Kritik angemessen reagieren.

Regel 1: Kritik nicht persönlich nehmen

Gewinnen Sie Abstand, Rufen Sie sich sofort ins Bewusstsein: Es handelt sich um eine Momentaufnahme Ihres Tuns, Denkens, Verhaltens, das gerade durch die individuelle Brille des Kritikers beurteilt wird. Es geht niemals um Ihre Person – selbst bei Kritik, die scheinbar Ihre ganz Person umfasst.

Umsetzungs-Tipps:

  • Fragen Sie nach: Was genau meint Ihr Gegenüber? Um welche konkreten Inhalte geht es?
  • Das Nachfragen ist auch hilfreich, wenn Sie emotional attackiert werden. Wenn der Kritiker „nur“ seine Emotionen bei Ihnen ablädt und offenlässt, was eigentlich los ist. Bleiben Sie ruhig, fragen Sie nach und gewinnen Sie so Abstand.
  • Gebieten Sie unverschämten Äußerungen Einhalt. Machen Sie sich folgend Erkenntnis zu eigen: Die Kritik spiegelt zunächst einmal den Kritiker wider, nicht den Kritisierenden.

 

 

Regel 2: Nicht die Balance verlieren

‚Achten Sie auf Ihre Atmung. Bewahren Sie eine Körperhaltung der Stärke – knicken Sie also nicht ein. Machen Sie sich Ihre Gefühle bewusst. Rufen Sie sich in Erinnerung was Sie getan haben, bevor die Kritik Sie traf; knüpfen Sie rasch an Ihre Kompetenzen an. Dann können Sie Ihr inneres Gleichgewicht leichter wiederherstellen.

Umsetzungs-Tipp:

  •  Überlegen Sie sich, welche Art der Kritik Sie besonders aus dem Gleichgewicht bringt: Was sind die Auslöser?
  • Wie können Sie zukünftig anders reagieren, um Ihre Balance zu halten? Spielen Sie solche Varianten am besten einmal durch – dann ist die Gegensteuerung leichter abrufbar.
  • Achten Sie auf Ihre typischen Symptome und Impulse. Sobald diese in einem Kritikgespräch auftreten, steuern Sie Gegen. Sagen Sie innerlich „STOPP!“ zu negativen Gedanken, um versuchen Sie auch durch bewusstes Atmen, den Körper entspannt zu halten.

 

Regel 3: Kritik nicht vorbehaltlos annehmen 

Überprüfen Sie, welcher Anteil der Kritik wirklich für Sie und Ihre Arbeit relevant ist. Hüten Sie sich davor, die Kritikbotschaft automatisch als unumstößliche Wahrheit zu sehen – unabhängig davon, von wem oder wie vehement sie an Sie herangetragen wird.

Machen Sie sich noch einmal bewusst: Die kritische Äußerung offenbart die Sichtweise des Sprechenden, Sie spiegelt dessen Wirklichkeit wider, nicht unbedingt die Ihre!.

 

Umsetzungs-Tipps:

In der Schnelle des Kritikgespräches fällt einem ein gründliches Hinterfragen des Gesagten bisweilen schwer. Das gilt vor allem dann, wenn der Kritiker gar kein Interesse daran zeigt. Richten Sie dann Ihre Aufmerksamkeit zunächst einmal auf die folgenden beiden Fragen:

  • Was ist die Kernaussage der Kritik?
  • Welcher Teil der Aussage trifft zu?

 

 

Regel 4: Nicht die Kritik bestimmen lassen

 

Sie sind der Macher in Ihrem (Berufs-) Leben. Sie halten im Moment der Kritik wie auch danach die Zügel für Ihre Werte, Wünsche und Ziele in der Hand. Bestimmen Sie also selbst, welche Aspekte der Kritik Sie für sich und Ihren Erfolg nutzen können. Alles andere ist unwichtig.

 

Umsetzungs-Tipps:

  • Betrachten Sie nun, aus sicherer Distanz, die Kritik als Feedback: Sie selbst wählen aus, was Sie davon nutzen wollen. Was können Sie an interessanten Informationen über sich selbst, über den Kritisierenden sowie über Ihre Beziehung zu dem Kritisierenden gewinnen?
  • Machen Sie sich dann – selbstbestimmt und selbstverantwortlich – an die Behebung derjenigen Fehlerpunkte, die Sie als wichtig und korrekt eingeschätzt haben.

 

Fazit: „Erst mal zuhören“ ist in jedem Fall angebracht

Kritik von Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Kollegen, oder Kunden kann zum wertvollen Potential werden, wenn Sie sie selbstbewusst als Anregung verstehen, ruhig analysieren und – soweit sinnvoll und angebracht – in Ihre Arbeit integrieren. Sehen Sie Kritik als eine Art kostenlose Qualitätskontrolle.

Andreas Berwing

Andreas Berwing

Unternehmer, Trainer/Coach, Keynote-Speaker bei

Businesstraining-Hannover

Über 30 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Industriebereichen gesammelt: Konsumerindustrie, Unterhaltungselektronik, Automobilzulieferindustrie, Reifenindustrie davon mehr als 16 Jahre als Führungskraft

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